Das Schweizer Netto-Null-Gesetz schreibt vor, dass bis 2030 jährlich 0,5 Mt CO₂ und bis 2050 2 Mt CO₂ im Inland entfernt werden müssen (insgesamt 12 Mt), doch es gibt keine gross angelegten Schweizer Lösungen. Unterdessen steigt die Nachfrage nach dauerhaften Lösungen zur Entfernung von Kohlendioxid (CDR) rapide an: Unternehmen kaufen hochwertige Emissionszertifikate Jahre im Voraus zu Premiumpreisen, während die weltweite Nachfrage bis 2030 voraussichtlich 200 Mt pro Jahr und bis 2050 6–10 Gt erreichen wird. Diese Lücke stellt sowohl eine Herausforderung für die Umsetzung als auch eine strategische wirtschaftliche Chance dar.
Das Unternehmen Recoal AG begegnet diesem Bedarf mit einem einzigartigen Verfahren zur Umwandlung von Nassrückständen in dauerhafte CO2-Abscheidung. Durch hydrothermale Karbonisierung wird Nassrückstandsbiomasse – ein reichlich vorhandener und wenig genutzter Rohstoff – in stabilen Hydrochar umgewandelt und dauerhaft im Untergrund gespeichert. Dieser Ansatz valorisiert lokale Biomasseströme, vermeidet Konkurrenz um wertvolle Trockenbiomasse und generiert unabhängig zertifizierte Abscheidungskredite mit hoher Dauerhaftigkeit.
Das Forschungskonsortium um OST, Empa, VSH und Recoal wird in der Schweiz das weltweit erste Pilotprojekt zur Untergrundspeicherung von Hydrochar in Originalgrösse durchführen. Durch die Integration von technischer Ablagerung, kontinuierlicher Überwachung, Labortests und einem digitalen Zwilling wird das Projekt die Dauerhaftigkeit, Sicherheit und Betriebsprotokolle validieren und damit die wissenschaftliche und technische Grundlage für die Zertifizierung und die regulatorische Akzeptanz schaffen.
Die Unterstützung durch Innosuisse ist entscheidend, um die Innovationslücke zu überbrücken. Das Pilotprojekt erfordert erhebliche Vorabinvestitionen in Forschung und Entwicklung sowie in die Überwachung, während Einnahmen aus Kreditverkäufen erst dann erzielt werden können, wenn die Dauerhaftigkeit bestätigt ist. Durch die Risikominderung in dieser Phase ermöglicht Innosuisse eine schnelle Skalierung. Modulare HTC-Anlagen, etablierte Partnerschaften für Rohstoffe und identifizierte Lagerstätten in der Schweiz und Europa ebnen den Weg für eine jährliche Entfernung von 0,5 Mt bis 2030. Damit positioniert sich die Schweiz an der Spitze der nachhaltigen CDR und verwandelt eine verbindliche nationale Verpflichtung in eine innovationsgetriebene Chance für den Binnenmarkt und den Export mit nachhaltigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen.
Wir freuen uns, ihr Projekt auszuführen