Die Gründung des Versuchsstollens Hagerbach geht auf das 1966 geschlossene Eisenbergwerk Gonzen AG zurück. Gemeinsam mit der schweizerischen und ausländischen Zulieferindustrie wurden dort intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in allen Bereichen der Bergbautechnik durchgeführt. Nach der Schliessung begann die fieberhafte Suche nach einem neuen, geeigneten Standort für die angewandte Entwicklungsarbeit.


 

Zufriedene Gesichter nach dem ersten Abschlag.

Die Lage des ehemaligen Eisenbergwerks bei Sargans am Schnittpunkt zweier Täler, umgeben von hohen Bergen und in der Nähe der Städte Zürich, St. Gallen und Chur, erwies sich als idealer Ausgangspunkt für die Suche.

Schliesslich wurde man am Rande des Kieswerkes Hagerbach fündig. Die Bedingungen an diesem Standort sind günstig: Eine Variabilität der geologischen Verhältnisse von sehr hartem, abrasivem und auch sehr weichem Gestein schafft ideale Randbedingungen für Bohr- und Sprengversuche jeder Dimension. Zudem konnte das Ausbruchmaterial aus dem Tunnelbau dem nahe gelegenen Kieswerk zur Entsorgung übergeben werden. Für den heutigen Standort im Dorf Flums, das nur einen Steinwurf von Sargans entfernt liegt, sprachen auch die ausreichende Distanz zu Siedlungen und Dörfern sowie die grosszügige Fläche vor dem Stollenportal.

So kam es, dass an dieser Stelle im Frühjahr 1970 die ersten Sprengungen durchgeführt wurden. 

Die Stollenanlage diente von Anfang an der Forschung und Entwicklung sowie Trainings- und Ausbildungszwecken. Eine langfristige Planung der Stollenanlage war und ist deshalb nicht möglich, sondern es wurde immer versucht, bestehende oder neue Anlageteile möglichst optimal auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Nutzer anzupassen. Das bedeutet, dass einerseits Stollenanlagen entstanden sind, deren geometrische Grösse das Ergebnis einer spezifischen Anforderung war und dass andererseits Stollenteile im Laufe der Jahre unterschiedliche Nutzungen gedient haben.

In dem Sinne ist der Versuchsstollen Hagerbach nie fertig gebaut, sondern er wird laufend den Bedürfnissen angepasst. Einige grundsätzliche Konfigurationen werden dabei immer verfolgt, so zum Beispiel eine Gestaltung, die eine weitgehend natürliche Belüftung aller Anlageteile ermöglicht.